Neuer Kindergarten

In der Nähe der Pestalozzischule in der Maßweilerstrasse soll ein neuer Kita-Neubau entstehen.

Merkur vom 08.04.2017

Gemeinderat einstimmig für Neubau an der Maßweilerstraße. Einrichtung in Stambach dient Contwiger Projekt dabei als Vorbild. Bärmann macht SPD Vorwürfe: Aus Reihen der Sozialdemokraten seien Internas weitergegeben worden.

„Die Ausführungen kommen einem runden Tisch nahe. Auf der Grundlage kann jedes Ratsmitglied eine Entscheidung treffen“, sagte Heidi Ziehl (SPD) nach der einstündigen Diskussion über neue Kindergartenräume und dem Vortrag von Johannes Scheib vom Kreisjugendamt im Contwiger Gemeinderat. Danach sah sich Bürgermeister Karlheinz Bärmann (CDU) in seiner Meinung bestätigt, dass es keinen Bedarf für einen von der SPD zuvor geforderten runden Tisch gebe. Volker May (SPD) zog den Antrag nach kurzer Beratung zurück.

Danach wurden die Beschlüsse schnell gefasst. Der Rat sprach sich einstimmig für einen Kindergarten-Neubau an der Maßweilerstraße in der Nähe der Pestalozzischule aus. Die Änderung des Bebauungsplans wurde dem Ingenieurbüro Wonka aus Nünschweiler übertragen. Da der neue Kindergarten „ähnlich“ dem Kindergarten in Stambach werden soll, soll das Architekturbüro Bohrer aus Zweibrücken wieder die Planung übernehmen. Die Statik das Büro cp Ingenieure (Neunkirchen) und die Planung der technischen Gewerke das Ingenieurbüro Meyer aus Hinterweidenthal. Vor zwei Monaten war der Bürgermeister informiert worden, dass in Contwig bis 2020 rund 60 Kindergartenplätze fehlen (wir berichteten). In kurzer Zeit fanden Gespräche mit dem Kreisjugendamt, dem Kreisbauamt, ein Beigeordnetengespräch mit den CDU- und SPD-Fraktionssprechern, eine Bauausschusssitzung und eine Ratssitzung statt.

zählte noch einmal die von Anfang an genannten sieben Alternativen auf. Erweiterung des evangelischen oder des katholischen Kindergartens in Contwig sei aus Platzgründen nicht machbar. Am Stambacher Kindergarten sei die Verkehrssituation bei einer größeren Einrichtung problematisch. Ein Umbau des Schwesterhauses sei ebenfalls nicht machbar, da die katholische Kirche nicht auf den dort befindlichen Pfarrsaal verzichten möchte. Zumal ein Umbau „ein Fass ohne Boden“ sei, wie Thorsten Sefrin (CDU) hinzufügte. Ein Neubau im Neubaugebiet sei wegen des Grunderwerbs zu teuer. Auch ein Platz in der Nähe des Schwarzbachs käme nicht in Frage. So bliebe noch der später beschlossene Standort. Zumal die Gemeinde dort noch Land besitze, wie Bärmann sagte.

Scheib erläuterte nochmals, dass in Contwig im Jahr 2020 47 Plätze für Kinder von drei bis sechs Jahren und zwölf Plätze für Kinder unter drei Jahren fehlen würden. Die Gemeinde benötigt drei neue Kindergartengruppen „Das fordert, dass sie eine Entscheidung treffen müssen.“ Nach seiner Meinung bestehe in Contwig „auf Dauer ein Bedarf“. Denn die Entwicklung der Gemeinde gehe nach oben. Auch der Kreisjugendpfleger befasste sich mit den Alternativen. Dabei sagte er, dass zum Beispiel in Kleinsteinhausen ein Anbau an den bestehenden Kindergarten rund 700 000 Euro gekostet habe. Bei einem Neubau auf der grünen Wiese sei ein eventueller späterer Anbau leichter. Nach Meinung Scheibs seien Kindergartenplätze ein Kriterium von jungen Familien bei der Wahl des Wohnorts. „Wenn eine Gemeinde die Kinder nicht in einen Kindergarten unterbringen kann, ist das eine schlechte Werbung für den Ort.“